Durch die Nacht mit dumpfem Rauschen

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Bruno Wille: Durch die Nacht mit dumpfem Rauschen Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Durch die Nacht mit dumpfem Rauschen
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Treibt vorbei des Stromes Wut;
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Und mit träumerischem Lauschen
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Starr' ich auf die dunkle Flut.
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Schattenhafte Kähne wallen
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Mir vorbei, in Nacht hinein;
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Liebe Stimmen fern verhallen; –
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Und die Strömung tönt allein.

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Und verlassen heb ich meine
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Augen schmerzbethaut empor:
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Da entschwebt mit hehrem Scheine
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Ein Gestirn dem Wolkenflor;
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»sieh, ich bleibe!« winkt sein Auge.
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Und die bange Seele zieht
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Auf zu diesem treuen Auge, –
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Wie ein Kind zur Mutter flieht. –

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Wenn dereinst des Todes Grauen
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Dieses Herz umspült und bricht,
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Laß noch einmal dich erschauen
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Ueber Wassern, süßes Licht,
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Bis den letzten Liebesfunken,
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Der in meinem Auge scheint,
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Deine Blicke aufgetrunken
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Und dem Sternenglanz vereint.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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