Nachts in stummer Kammer lag ich

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Bruno Wille: Nachts in stummer Kammer lag ich Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Nachts in stummer Kammer lag ich
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Strebensmüd' und lebensbang;
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Sorgen, irr wie Fledermäuse,
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Huschten das Gebälk entlang.

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Geisterhaft ein ernstes Weib
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Mir zum Trost am Lager wachte,
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Starrte in die Kerzenflamme;
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Und da las ich, was sie dachte:

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»weine, bis du mit verweinten
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Augen endlich klar erschaust,
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Daß die holde Welt ein Trugbild,
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Dem du niemals straflos traust. –

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Füllst du stattlich Schrein und Truhe,
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Bleibt die Seele dennoch leer;
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Trinkst du von dem Trank der Ehre,
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Wird dich dürsten mehr und mehr.

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Und nun Becher, Spiele, Tänze,
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Festgepränge durch den Saal ...
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Mitten in dem Rausch der Freude
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Fühltest du geheime Qual.

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Voller Liebe und Vertrauen
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Drücktest du so manche Hand;
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Als du in das Herz gesehen,
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Hast du trübe dich gewandt.

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Einem argen Rosenstrauche
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Gleicht das Leben, dornbewehrt;
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Hält die wunde Hand die Rose,
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Hat ein Wurm den Kelch versehrt.

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Darum laß die Rosen gleißen,
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Geh vorbei und blicke kalt!
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Ueber solche, die entsagen,
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Hat das Leiden nicht Gewalt.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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