Dämmerstündchen im frostigen Winter

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Bruno Wille: Dämmerstündchen im frostigen Winter Titel entspricht 1. Vers(1894)

1
Dämmerstündchen im frostigen Winter,
2
Dämmerstündchen im traulichen Stübchen ...
3
Wenn da draußen über den harten
4
Knarrenden Schnee ein kragenvermummter
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Mann mit dampfendem Atem eilt,
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Ohren und Nase rotgezwickt ...
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Wolkig umhüllt, mit Schnauben und Stampfen
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Ziehn zwei Pferde den wuchtigen Wagen ...
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Und der Schusterjunge im Schurzfell
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Trabt und haucht in die klamme Hand ...
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Rötlich strahlt die Straßenlaterne;
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Über dem schneebelasteten Hausdach
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Blinzelt der Abendstern.

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Dämmerstündchen im frostigen Winter,
15
Dämmerstündchen im traulichen Stübchen ...
16
Wärme strahlt der gewaltige Ofen,
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Muntre Flammen durchäugeln den Spalt;
18
Und ich dehne behaglich die Glieder,
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Lausche dem lieblich summenden Singsang
20
Des melodisch sinnigen Kessels;
21
Hitzig brät indessen der Apfel,
22
Den lieb Mütterchen mir verehrte.
23
Fernher klingelt ein Schlitten – fernhin;
24
Und die ruhige Seele träumt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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