Im blauen Äther wirbelt

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Bruno Wille: Im blauen Äther wirbelt Titel entspricht 1. Vers(1894)

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Im blauen Äther wirbelt
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Ein Ball im Kreiseltanz –
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Wie trunken sich ein Mücklein
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Wiegt im goldigen Glanz.

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Das Frauchen Sonne betrachtet
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Vergnügt den runden Wicht;
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Da naht das Mücklein Erde
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Verliebt dem Sonnengesicht.

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Und legt mit Lust vom Leibchen
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Die weiße starre Schale,
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Sich badend zu verjüngen
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Im warmen Sonnenstrale.

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Und sieh! Die Wiesen schimmern
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Von duftig zartem Grün;
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Als gelb und weiße Pünktchen
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Felder und Bäume blühn.

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Da krabbeln aus den Häuschen
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Die Liliputaner hervor
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Und kribbeln in bunten Schwärmen
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Hinaus zu städtischem Thor.

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Auf grünem Wiesenplane
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Faßt jeder Mann ein Weib
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Und dreht zu zirpenden Weisen
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Des Liebchens zierlichen Leib.

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Und wenn ein Pärchen müde,
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So rastet es am Tisch
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Und schlückert leckre Tränklein
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Und kehrt zum Tanze frisch. –

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Nur
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Sich ab vom frohen Schwarm
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Und wandelt durch die Felder
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In bitterbösem Harm.

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Es rollt die Äuglein giftig
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Und grollt der ganzen Welt.
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Warum? – Der Liliput ist
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Verliebt und hat kein Geld.

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Und heißer zirpen die Fideln,
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Und trunkner wirbelt der Reihn,
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Und trunkner wirbelt die Erde
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Im wärmenden Sonnenschein.

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Ein weltenfern Kometenvieh
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Mit ungeschlachtem Schwanz
43
Beglotzt mit dummer Neugier
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Den Erdenmückentanz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Bruno Wille
(18601928)

* 06.02.1860 in Madgeburg, † 31.08.1928 in Schloss Senftenau in Aeschach

männlich, geb. Wille

deutscher Prediger, Journalist und belletristischer sowie populärphilosophischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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