Die todte Lerche

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Annette von Droste-Hülshoff: Die todte Lerche (1860)

1
Ich stand an deines Landes Gränzen,
2
An deinem grünen Saatenwald,
3
Und mit des ersten Strahles Glänzen
4
Ist dein Gesang herabgewallt.
5
Der Sonne schwirrtest du entgegen,
6
Gleich einer Mücke um das Licht,
7
Dein Lied war wie ein Blüthenregen,
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Dein Flügelschlag wie ein Gedicht.

9
Da ward es mir, als müss’ ich ringen
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Und flattern in den jungen Tag,
11
Als höre ich mein eignes Singen
12
Und meinen eignen Flügelschlag;
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Die Sonne sprühte glühe Funken,
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In Flammen brannte mein Gesicht,
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Ich selber taumelte wie trunken,
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Wie eine Mücke nach dem Licht.

17
Da plötzlich sank und sank es nieder,
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Gleich todter Kohle in die Saat,
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Noch zucken sah ich kleine Lider
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Und bin erschrocken dann genaht;
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Dein letztes Lied, es war verklungen,
22
Du lagst, ein armer kalter Rest,
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Am Strahl zerflattert und versungen
24
Bei deinem halbgebauten Nest.

25
Ich möchte heiße Thränen weinen,
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Wie sie das Weh vom Herzen drängt,
27
Denn auch mein Leben wird verscheinen,
28
Ich fühl’s, versungen und versengt;
29
Du siecher Leib, ihr armen Reste!
30
Dann nur ein Grab auf grüner Flur,
31
Und nah, nur nah bei meinem Neste,
32
In meiner süßen Heimath nur.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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