Das Wort

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Annette von Droste-Hülshoff: Das Wort (1860)

1
Das Wort gleicht dem beschwingten Pfeil,
2
Und ist es einmal deinem Bogen
3
In Tändeln oder Ernst entflogen,
4
Erschrecken muß dich seine Eil’.

5
Dem Körnlein gleicht es, deiner Hand
6
Entschlüpft; wer mag es wiederfinden?
7
Und dennoch wuchert’s in den Gründen
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Und treibt die Wurzeln durch das Land.

9
Gleicht dem verlornen Funken, der
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Vielleicht erlischt am feuchten Tage,
11
Vielleicht am milden glimmt im Haage,
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Am dürren schwillt zum Flammenmeer.

13
Und Worte sind es doch, die einst
14
So schwer in deine Schaale fallen,
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Ist Keins ein Nichtiges von Allen,
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Um jedes hoffst du oder weinst.

17
O einen Strahl der Himmelsau,
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Mein Gott, dem Zagenden und Blinden!
19
Wie soll er Ziel und Acker finden?
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Wie Lüfte messen und den Thau?

21
Allmächt’ger, der das Wort geschenkt,
22
Doch seine Zukunft uns verhalten,
23
Woll’ selber deiner Gabe walten,
24
Durch deinen Hauch sei sie gelenkt!

25
Richte den Pfeil dem Ziele zu,
26
Nähre das Körnlein schlummertrunken!
27
Erstick’ ihn oder fach’ den Funken!
28
Denn was da frommt, das weißt nur du.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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