Junge Liebe

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Theodor Storm: Junge Liebe (1852)

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Aus eigenem Herzen geboren,
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Nie besessen, dennoch verloren.

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Ein Schelmenmund, wie jemals einer war,
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Ein launisch Kind; doch all' ihr Widerstreben
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Bezwingt ihr Herz, das mir so ganz ergeben.

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Schon lange sitzt sie vor mir, träumerisch
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Mit ihren Beinchen baumelnd, auf dem Tisch;
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Nun springt sie auf; an meines Stuhles Lehne
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Hängt sie sich, schmollend ob der stummen Scene.

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„ich liebe dich!“ — „Du bist sehr interessant.“
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„ich liebe dich!“ — „Ach das ist längst bekannt!
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Ich lieb' Geschichten, neu und nicht erfunden —
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Erzählst du nicht, ich bin im Nu verschwunden.“ —

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„so hör'! Jüngst träumte mir“ — — „Das ist
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nicht wahr!“ —
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„wahr ist's! Mir träumt', ich sähe auf ein Haar
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Dich selbst Straß auf und ab in Prachtgewändern
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An eines Mannes Arm gemächlich schlendern;

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Und dieser Mann“ — — „der war?“ — „der war
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nicht ich!“ —
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„du lügst!“ — „Mein Herz, ich sah dich sicherlich —
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Ihr senktet Aug' in Auge voll Entzücken,
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Ich stand seitab, gleichgültig deinen Blicken.“

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„der Mutter sag ich's!“ ruft das tolle Kind,
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„was für ein Traum!“ Da hasch' ich sie geschwind,
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Und diese frevelhaften Lippen müssen,
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Was sie verbrochen, ohne Gnade büßen.

(Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Storm
(18171888)

* 14.09.1817 in Husum, † 04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen

männlich, geb. Storm

natürliche Todesursache | Magenkarzinom

deutscher Schriftsteller und Jurist

(Aus: Wikidata.org)

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