Lucie

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Theodor Storm: Lucie (1852)

1
Nach jener Bank dort an der Gartenwand
2
Vom Spiel der andern Kinder sich entfernen;
3
Sie wußte wohl, es mühte sie das Lernen.

4
Nicht war sie klug, nicht schön; mir aber war
5
Ihr blaß Gesichtchen und ihr blondes Haar,
6
Mir war es lieb; aus der Erinnrung Düster
7
Schaut es mich an; wir waren recht Geschwister.

8
Ihr schmales Bettchen theilte sie mit mir,
9
Und Nächtens Wang' an Wange schliefen wir;
10
Das war so schön! Noch weht ein Kinderfrieden
11
Mich an aus jenen Zeiten, die geschieden.

12
Ein Ende kam, — ein Tag, sie wurde krank,
13
Und lag im Fieber viele Wochen lang;
14
Ein Morgen dann, wo sanft die Winde gingen,
15
Da ging sie heim; es blühten die Syringen.

16
Die Sonne schien; ich lief in's Feld hinaus
17
Und weinte laut; dann kam ich still nach Haus.
18
Wohl zwanzig Jahr, und drüber sind vergangen —
19
An wie viel Andrem hat mein Herz gehangen!

20
Was hab' ich heute denn nach dir gebangt?
21
Bist du mir nah, und hast nach mir verlangt?
22
Willst du, wie einst nach unsren Kinderspielen,
23
Mein Knabenhaupt an deinem Herzen fühlen?

(Storm, Theodor: Gedichte. Kiel, 1852.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Theodor Storm
(18171888)

* 14.09.1817 in Husum, † 04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen

männlich, geb. Storm

natürliche Todesursache | Magenkarzinom

deutscher Schriftsteller und Jurist

(Aus: Wikidata.org)

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