Der Kranz

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Ludwig Uhland: Der Kranz (1815)

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Es pflückte Blümlein manigfalt
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Ein Mägdlein auf der lichten Au;
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Da kam wohl aus dem grünen Wald
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Eine wunderschöne Frau.

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Sie trat zum Mägdlein freundlich hin,
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Sie schlang ein Kränzlein ihm in’s Haar:
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„noch blüht es nicht, doch wird es blühn;
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O trag’ es immerdar!“

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Und als das Mägdlein größer ward,
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Und sich erging im Mondenglanz,
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Und Thränen weinte, süß und zart:
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Da knospete der Kranz.

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Und als ihr holder Bräutigam
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Sie innig in die Arme schloß:
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Da wanden Blümlein wonnesam
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Sich aus den Knospen los.

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Sie wiegte bald ein süßes Kind
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Auf ihrem Schooße mütterlich:
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Da zeigten an dem Laubgewind
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Viel goldne Früchte sich.

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Und als ihr Lieb gesunken war
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Ach! in des Grabes Nacht und Staub:
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Da weht’ um ihr zerstreutes Haar
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Ein herbstlich falbes Laub.

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Bald lag auch sie erbleichet da,
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Doch trug sie ihren werthen Kranz:
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Da war’s ein Wunder, denn man sah
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So Frucht als Blüthenglanz.

(Uhland, Ludwig: Gedichte. Stuttgart u. a., 1815.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Ludwig Uhland
(17871862)

* 26.04.1787 in Tübingen, † 13.11.1862 in Tübingen

männlich, geb. Uhland

deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler und Landtagsabgeordneter

(Aus: Wikidata.org)

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