Theelied

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Ludwig Uhland: Theelied (1815)

1
Ihr Saiten, tönet sanft und leise,
2
Vom leichten Finger kaum geregt!
3
Ihr tönet zu des Zärtsten Preise,
4
Des Zärtsten, was die Erde hegt.

5
In Indiens mythischem Gebiete,
6
Wo Frühling ewig sich erneut,
7
O Thee, du selber eine Mythe,
8
Verlebst du deine Blüthezeit.

9
Nur zarte Bienenlippen schlürfen
10
Aus deinen Kelchen Honig ein,
11
Nur bunte Wundervögel dürfen
12
Die Sänger deines Ruhmes seyn.

13
Wann Liebende zum stillen Feste
14
In deine duft’gen Schatten fliehn,
15
Dann rührest leise du die Aeste
16
Und streuest Blüthen auf sie hin.

17
So wächsest du am Heimathstrande,
18
Vom reinsten Sonnenlicht genährt.
19
Noch hier in diesem fernen Lande
20
Ist uns dein zarter Sinn bewährt.

21
Denn nur die holden Frauen halten
22
Dich in der mütterlichen Hut;
23
Man sieht sie mit dem Kruge walten,
24
Wie Nymphen an der heil’gen Flut.

25
Den Männern will es schwer gelingen,
26
Zu fühlen deine tiefe Kraft;
27
Nur zarte Frauenlippen dringen
28
In deines Zaubers Eigenschaft.

29
Ich selbst, der Sänger, der dich feiert,
30
Erfuhr noch deine Wunder nicht;
31
Doch was der Frauen Mund betheuert,
32
Ist mir zu glauben heil’ge Pflicht.

33
Ihr aber möget sanft verklingen,
34
Ihr meine Saiten, kaum geregt!
35
Nur Frauen können würdig singen
36
Das Zärtste, was die Erde hegt.

(Uhland, Ludwig: Gedichte. Stuttgart u. a., 1815.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Ludwig Uhland
(17871862)

* 26.04.1787 in Tübingen, † 13.11.1862 in Tübingen

männlich, geb. Uhland

deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler und Landtagsabgeordneter

(Aus: Wikidata.org)

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