Maiklage

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Ludwig Uhland: Maiklage (1815)

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Leuchtet schon die Frühlingssonne
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Ueber See und Aue hin?
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Hat zur Stätte stiller Wonne
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Sich gewölbt der Zweige Grün?
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Ach! die Gute, die ich meine,
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Schenkt mir keinen Maienstral,
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Wandelt nicht im Blüthenhaine,
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Ruhet nicht im Quellenthal.

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Ja! es waren schönre Zeiten,
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Als in buntbekränzten Reihn
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Hirten mit den süßen Bräuten
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Walleten zum Opferhain;
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Als die Jungfrau, Krüge tragend,
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Oft zum kühlen Brunnen trat,
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Und der Wandrer, sehnlich fragend,
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Sie um Trunk und Liebe bat.

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Ach! das Toben roher Stürme
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Riß den goldnen Frühling fort.
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Schlösser stiegen auf und Thürme,
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Traurig saß die Jungfrau dort;
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Lauschte nächtlichem Gesange,
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Sah hinab in’s Schlachtgewühl,
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Sah es, wie im Waffendrange
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Ihr getreuer Streiter fiel.

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Und ein Alter, dumpf und trübe,
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Lagerte sich auf die Welt,
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Das die schöne Jugendliebe
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Wie ein Traum befangen hält.
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Im Vorübereilen grüßen
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Sich mit Blicken, voll von Schmerz,
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Die sich fest und ewig schließen
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Möchten an das treue Herz.

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Welkt, ihr Blumen und ihr Bäume,
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Höhnet nicht der Liebe Schmerz!
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Sterbet auch, ihr Jugendkeime!
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Schmachte hin, du volles Herz!
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In die öde Nacht der Grüfte
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Sinkt, ihr Jünglinge, hinab!
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Flieder wallen in die Lüfte,
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Rosen blühn um euer Grab.

(Uhland, Ludwig: Gedichte. Stuttgart u. a., 1815.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Ludwig Uhland
(17871862)

* 26.04.1787 in Tübingen, † 13.11.1862 in Tübingen

männlich, geb. Uhland

deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler und Landtagsabgeordneter

(Aus: Wikidata.org)

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