Jupiter und Pluto

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Johann Gottfried Herder: Jupiter und Pluto (1789)

1
Hast Du die blühenden Horen,
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Die Siegsgöttinnen gesehn?
3
Sie schweben im Tanz und tragen
4
Des ewigen Vaters goldenen Thron.

5
Aber er thronet milde;
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Sein Blitz und der Adler schläft;
7
Denn nicht mit blutigem Lorbeer,
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Mit dem Oelzweig kränzet die Weisheit ihn.

9
Der Scepter in seinen Händen
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War einst ein ruhiger Hirtenstab,
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Mit dem er die Völker besuchte,
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Mit dem er noch jetzt die Völker beglückt.

13
Heil mir! o Vater der Götter,
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Ich habe Dein Antlitz glänzen gesehn;
15
Es blickte zu den Aethiopen,
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Dem friedlichen, dem unschuldigen Volk,

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Das Du noch gern besuchest,
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Und hältst mit ihnen ein fröhliches Mahl,
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Und zu Dir strömen die Völker;
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Der Bittende kniet erhört vor Dir.

21
Nicht so Dein dunkeler Bruder;
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Des Rechtes Zweizack ist in seiner Königshand,
23
Und ächzende Danaiden
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Mit leeren Krügen sein Clientenhof.

25
Die Furien seine Gesinde,
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Mit bunten Schlangen schön geschmückt,
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Tantalus, Ixion und Prometheus seine Diener,
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Und Sisyphus sein Cancellar.

29
Mit weggewandtem Blicke
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Thront neben ihm die gelbe Persephone.
31
O Jupiter, gieb uns Fürsten,
32
Dir ähnlich, Deinem Bruder nie!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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