Du stiller Ort, der grünt mit jungem Grase

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Friedrich Hölderlin: Du stiller Ort, der grünt mit jungem Grase Titel entspricht 1. Vers(1806)

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Du stiller Ort, der grünt mit jungem Grase,
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Da liegen Mann und Frau, und Kreuze stehn,
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Wohin hinaus geleitet Freunde gehn,
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Wo Fenster sind glänzend mit hellem Glase.

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Wenn glänzt an dir des Himmels hohe Leuchte
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Des Mittags, wann der Frühling dort oft weilt,
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Wenn geistige Wolke dort, die graue, feuchte,
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Wenn sanft der Tag vorbei mit Schönheit eilt!

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Wie still ists nicht an jener grauen Mauer,
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Wo drüber her ein Baum mit Früchten hängt;
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Mit schwarzen tauigen, und Laub voll Trauer,
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Die Früchte aber sind sehr schön gedrängt.

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Dort in der Kirch ist eine dunkle Stille
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Und der Altar ist auch in dieser Nacht geringe,
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Noch sind darin einige schöne Dinge,
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Im Sommer aber singt auf Feldern manche Grille.

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Wenn einer dort Reden des Pfarrherrn hört,
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Indes die Schar der Freunde steht daneben,
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Die mit dem Toten sind, welch eignes Leben
20
Und welcher Geist, und fromm sein ungestört.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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