Wenn ich auf die Wiese komme

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Friedrich Hölderlin: Wenn ich auf die Wiese komme Titel entspricht 1. Vers(1806)

1
Wenn ich auf die Wiese komme,
2
Wenn ich auf dem Felde jetzt,
3
Bin ich noch der Zahme, Fromme,
4
Wie von Dornen unverletzt.
5
Mein Gewand in Winden wehet,
6
Wie der Geist mir lustig fragt,
7
Worin Inneres bestehet,
8
Bis Auflösung diesem tagt.

9
O vor diesem sanften Bilde,
10
Wo die grünen Bäume stehn,
11
Wie vor einer Schenke Schilde
12
Kann ich kaum vorübergehn.
13
Denn die Ruh an stillen Tagen
14
Dünkt entschieden trefflich mir,
15
Dieses mußt du gar nicht fragen,
16
Wenn ich soll antworten dir.

17
Aber zu dem schönen Bache
18
Such ich einen Lustweg wohl,
19
Der, als wie in dem Gemache,
20
Schleicht durchs Ufer wild und hohl,
21
Wo der Steg darüber gehet,
22
Gehts den schönen Wald hinauf,
23
Wo der Wind den Steg umwehet,
24
Sieht das Auge fröhlich auf.

25
Droben auf des Hügels Gipfel
26
Sitz ich manchen Nachmittag,
27
Wenn der Wind umsaust die Wipfel,
28
Bei des Turmes Glockenschlag,
29
Und Betrachtung gibt dem Herzen
30
Frieden, wie das Bild auch ist,
31
Und Beruhigung den Schmerzen,
32
Welche reimt Verstand und List.

33
Holde Landschaft! wo die Straße
34
Mitten durch sehr eben geht,
35
Wo der Mond aufsteigt, der blasse,
36
Wenn der Abendwind entsteht,
37
Wo die Natur sehr einfältig,
38
Wo die Berg erhaben stehn,
39
Geh ich heim zuletzt, haushältig,
40
Dort nach goldnem Wein zu sehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.