Sind denn dir nicht bekannt viele Lebendigen?

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Friedrich Hölderlin: Sind denn dir nicht bekannt viele Lebendigen? Titel entspricht 1. Vers(1802)

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Sind denn dir nicht bekannt viele Lebendigen?
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Geht auf Wahrem dein Fuß nicht, wie auf Teppichen?
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Drum, mein Genius! tritt nur
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Bar ins Leben, und sorge nicht!

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Was geschiehet, es sei alles gelegen dir!
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Sei zur Freude gereimt, oder was könnte denn
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Dich beleidigen, Herz, was
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Da begegnen, wohin du sollst?

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Denn, seit Himmlischen gleich Menschen, ein einsam Wild,
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Und die Himmlischen selbst führet, der Einkehr zu,
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Der Gesang und der Fürsten
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Chor, nach Arten, so waren auch

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Wir, die Zungen des Volks, gerne bei Lebenden,
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Wo sich vieles gesellt, freudig und jedem gleich,
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Jedem offen, so ist ja
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Unser Vater, des Himmels Gott,

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Der den denkenden Tag Armen und Reichen gönnt,
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Der, zur Wende der Zeit, uns die Entschlafenden
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Aufgerichtet an goldnen
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Gängelbanden, wie Kinder, hält.

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Gut auch sind und geschickt einem zu etwas wir,
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Wenn wir kommen, mit Kunst, und von den Himmlischen
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Einen bringen. Doch selber
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Bringen schickliche Hände wir.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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