O Hoffnung! holde! gütiggeschäftige!

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Friedrich Hölderlin: O Hoffnung! holde! gütiggeschäftige! Titel entspricht 1. Vers(1802)

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O Hoffnung! holde! gütiggeschäftige!
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Die du das Haus der Trauernden nicht verschmähst,
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Und gerne dienend, Edle! zwischen
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Sterblichen waltest und Himmelsmächten,

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Wo bist du? wenig lebt ich; doch atmet kalt
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Mein Abend schon. Und stille, den Schatten gleich,
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Bin ich schon hier; und schon gesanglos
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Schlummert das schaudernde Herz im Busen.

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Im grünen Tale, dort, wo der frische Quell
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Vom Berge täglich rauscht, und die liebliche
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Zeitlose mir am Herbsttag aufblüht,
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Dort, in der Stille, du Holde, will ich

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Dich suchen, oder wenn in der Mitternacht
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Das unsichtbare Leben im Haine wallt,
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Und über mir die immerfrohen
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Blumen, die blühenden Sterne, glänzen,

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O du des Aethers Tochter! erscheine dann
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Aus deines Vaters Gärten, und darfst du nicht,
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Ein Geist der Erde, kommen, schröck, o
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Schröcke mit anderem nur das Herz mir.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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