Ein Zeichen sind wir, deutungslos

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Friedrich Hölderlin: Ein Zeichen sind wir, deutungslos Titel entspricht 1. Vers(1803)

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Ein Zeichen sind wir, deutungslos,
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Schmerzlos sind wir und haben fast
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Die Sprache in der Fremde verloren.
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Wenn nämlich über Menschen
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Ein Streit ist an dem Himmel und gewaltig
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Die Monde gehn, so redet
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Das Meer auch und Ströme müssen
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Den Pfad sich suchen. Zweifellos
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Ist aber
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Kann täglich es ändern. Kaum bedarf er
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Gesetz. Und es tönet das Blatt und Eichbäume wehn dann neben
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Den Firnen. Denn nicht vermögen
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Die Himmlischen alles. Nämlich es reichen
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Die Sterblichen eh an den Abgrund. Also wendet es sich, das Echo,
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Mit diesen. Lang ist
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Die Zeit, es ereignet sich aber
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Das Wahre.

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Wie aber Liebes? Sonnenschein
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Am Boden sehen wir und trockenen Staub
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Und tief mit Schatten die Wälder und es blühet
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An Dächern der Rauch, bei alter Krone
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Der Türme, friedsam; und es girren
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Verloren in der Luft die Lerchen und unter dem Tage weiden
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Wohlangeführt die Schafe des Himmels.
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Und Schnee, wie Maienblumen
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Das Edelmütige, wo
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Es seie, bedeutend, glänzet mit
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Der grünen Wiese
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Der Alpen, hälftig, da ging
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Vom Kreuze redend, das
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Gesetzt ist unterwegs einmal
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Gestorbenen, auf der schroffen Straß
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Ein Wandersmann mit
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Dem andern, aber was ist dies?

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Am Feigenbaum ist mein
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Achilles mir gestorben,
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Und Ajax liegt
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An den Grotten, nahe der See,
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An Bächen, benachbart dem Skamandros.
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Vom Genius kühn ist bei Windessausen, nach
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Der heimatlichen Salamis süßer
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Gewohnheit, in der Fremd
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Ajax gestorben,
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Patroklos aber in des Königes Harnisch. Und es starben
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Noch andere viel. Mit eigener Hand
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Viel traurige, wilden Muts, doch göttlich
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Gezwungen, zuletzt, die anderen aber
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Im Geschicke stehend, im Feld. Unwillig nämlich
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Sind Himmlische, wenn einer nicht die Seele schonend sich
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Zusammengenommen, aber er muß doch; dem
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Gleich fehlet die Trauer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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