Was ist es, das

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Friedrich Hölderlin: Was ist es, das Titel entspricht 1. Vers(1803)

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Was ist es, das
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An die alten seligen Küsten
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Mich fesselt, daß ich mehr noch
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Sie liebe, als mein Vaterland?
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Denn wie in himmlischer
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Gefangenschaft gebückt, in flammender Luft
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Dort bin ich, wo, wie Steine sagen, Apollo ging
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In Königsgestalt,
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Und zu unschuldigen Jünglingen sich
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Herabließ Zevs und Söhn in heiliger Art
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Und Töchter zeugte
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Der Hohe unter den Menschen.

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Der hohen Gedanken
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Sind nämlich viel
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Entsprungen des Vaters Haupt
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Und große Seelen
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Von ihm zu Menschen gekommen.
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Gehöret hab ich
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Von Elis und Olympia, bin
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Gestanden oben auf dem Parnaß,
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Und über Bergen des Isthmus,
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Und drüben auch
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Bei Smyrna und hinab
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Bei Ephesos bin ich gegangen;

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Viel hab ich Schönes gesehn,
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Und gesungen Gottes Bild
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Hab ich, das lebet unter
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Den Menschen, denn sehr dem Raum gleich ist
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Das Himmlische reichlich in
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Der Jugend zählbar, aber dennoch,
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O du der Sterne Leben und all
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Ihr tapfern Söhne des Lebens,
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Noch
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Ich liebe unter euch,
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Wo ihr den letzten eures Geschlechts,
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Des Hauses Kleinod mir
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Dem fremden Gaste verberget.

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Mein Meister und Herr!
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O du, mein Lehrer!
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Was bist du ferne
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Geblieben? und da
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Ich fragte unter den Alten,
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Die Helden und
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Die Götter, warum bliebest
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Du aus? Und jetzt ist voll
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Von Trauern meine Seele,
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Als eifertet, ihr Himmlischen, selbst,
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Daß, dien ich einem, mir
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Das andere fehlet.

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Ich weiß es aber, eigene Schuld ists! Denn zu sehr,
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O Christus! häng ich an dir, wiewohl Herakles Bruder
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Und kühn bekenn ich, du bist Bruder auch des Eviers, der
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Die Todeslust der Völker aufhält und zerreißet den Fallstrick,
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Fein sehen die Menschen, daß sie
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Nicht gehn den Weg des Todes und hüten das Maß, daß einer
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Etwas für sich ist, den Augenblick,
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Das Geschick der großen Zeit auch,
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Ihr Feuer fürchtend, treffen sie, und wo
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Des Wegs ein anderes geht, da sehen sie
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Auch, wo ein Geschick sei, machen aber
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Das sicher, Menschen gleichend oder Gesetzen.

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Es entbrennet aber sein Zorn; daß nämlich
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Das Zeichen die Erde berührt, allmählich
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Aus Augen gekommen, als an einer Leiter.
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Diesmal. Eigenwillig sonst, unmäßig
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Grenzlos, daß der Menschen Hand
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Anficht das Lebende, mehr auch, als sich schicket
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Für einen Halbgott, Heiliggesetztes übergeht
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Der Entwurf. Seit nämlich böser Geist sich
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Bemächtiget des glücklichen Altertums, unendlich,
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Langher währt Eines, gesangsfeind, klanglos, das
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In Maßen vergeht, des Sinnes Gewaltsames. Ungebundenes aber
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Hasset Gott. Fürbittend aber

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Hält ihn der Tag von dieser Zeit, stillschaffend,
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Des Weges gehend, die Blüte der Jahre.
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Und Kriegsgetön, und Geschichte der Helden unterhält, hartnäckig Geschick,
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Die Sonne Christi, Gärten der Büßenden, und
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Der Pilgrime Wandern und der Völker ihn, und des Wächters
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Gesang und die Schrift
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Des Barden oder Afrikaners. Ruhmloser auch
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Geschick hält ihn, die an den Tag
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Jetzt erst recht kommen, das sind väterliche Fürsten. Denn viel ist der Stand
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Gottgleicher, denn sonst. Denn Männern mehr
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Gehöret das Licht. Nicht Jünglingen.
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Das Vaterland auch. Nämlich frisch

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Noch unerschöpfet und voll mit Locken.
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Der Vater der Erde freuet nämlich sich des
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Auch, daß Kinder sind, so bleibet eine Gewißheit
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Des Guten. So auch freuet
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Das ihn, daß eines bleibet.
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Auch einige sind, gerettet, als
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Auf schönen Inseln. Gelehrt sind die.
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Versuchungen sind nämlich
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Grenzlos an die gegangen.
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Zahllose gefallen. Also ging es, als
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Der Erde Vater bereitet Ständiges
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In Stürmen der Zeit. Ist aber geendet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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