Was ist es, das

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Friedrich Hölderlin: Was ist es, das Titel entspricht 1. Vers(1801)

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Was ist es, das
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An die alten seligen Küsten
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Mich fesselt, daß ich mehr noch
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Sie liebe, als mein Vaterland?
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Denn wie in himmlische
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Gefangenschaft verkauft
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Dort bin ich, wo Apollo ging
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In Königsgestalt,
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Und zu unschuldigen Jünglingen sich
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Herabließ Zevs und Söhn in heiliger Art
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Und Töchter zeugte
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Der Hohe unter den Menschen.

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Der hohen Gedanken
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Sind nämlich viel
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Entsprungen des Vaters Haupt
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Und große Seelen
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Von ihm zu Menschen gekommen.
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Gehöret hab ich
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Von Elis und Olympia, bin
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Gestanden oben auf dem Parnaß,
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Und über Bergen des Isthmus,
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Und drüben auch
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Bei Smyrna und hinab
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Bei Ephesos bin ich gegangen;

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Viel hab ich Schönes gesehn,
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Und gesungen Gottes Bild
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Hab ich, das lebet unter
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Den Menschen, aber dennoch,
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Ihr alten Götter und all
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Ihr tapfern Söhne der Götter,
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Noch
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Ich liebe unter euch,
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Wo ihr den letzten eures Geschlechts,
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Des Hauses Kleinod mir
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Dem fremden Gaste verberget.

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Mein Meister und Herr!
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O du, mein Lehrer!
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Was bist du ferne
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Geblieben? und da
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Ich fragte unter den Alten,
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Die Helden und
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Die Götter, warum bliebest
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Du aus? Und jetzt ist voll
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Von Trauern meine Seele,
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Als eifertet, ihr Himmlischen, selbst,
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Daß, dien ich einem, mir
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Das andere fehlet.

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Ich weiß es aber, eigene Schuld
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Ists! Denn zu sehr,
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O Christus! häng ich an dir,
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Wiewohl Herakles Bruder
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Und kühn bekenn ich, du
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Bist Bruder auch des Eviers, der
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An den Wagen spannte
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Die Tiger und hinab
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Bis an den Indus
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Gebietend freudigen Dienst
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Den Weinberg stiftet' und
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Den Grimm bezähmte der Völker.

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Es hindert aber eine Scham
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Mich, dir zu vergleichen
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Die weltlichen Männer. Und freilich weiß
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Ich, der dich zeugte, dein Vater,
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Derselbe der,

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Denn nimmer herrscht er allein.

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Es hänget aber an
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Die Liebe. Diesesmal
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Ist nämlich vom eigenen Herzen
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Zu sehr gegangen der Gesang,
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Gut machen will ich den Fehl,
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Wenn ich noch andere singe.
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Nie treff ich, wie ich wünsche,
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Das Maß. Ein Gott weiß aber,
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Wenn kommet, was ich wünsche, das Beste.
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Denn wie der Meister
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Gewandelt auf Erden,
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Ein gefangener Aar,

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Und viele, die
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Ihn sahen, fürchteten sich,
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Dieweil sein Äußerstes tat
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Der Vater und sein Bestes unter
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Den Menschen wirkete wirklich,
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Und sehr betrübt war auch
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Der Sohn so lange, bis er
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Gen Himmel fuhr in den Lüften,
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Dem gleich ist gefangen die Seele der Helden.
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Die Dichter müssen auch
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Die geistigen weltlich sein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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