Der himmlischen, still widerklingenden

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Friedrich Hölderlin: Der himmlischen, still widerklingenden Titel entspricht 1. Vers(1801)

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Der himmlischen, still widerklingenden,
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Der ruhigwandelnden Töne voll,
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Und gelüftet ist der altgebaute,
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Seliggewohnte Saal; um grüne Teppiche duftet
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Die Freudenwolk und weithinglänzend stehn,
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Gereiftester Früchte voll und goldbekränzter Kelche,
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Wohlangeordnet, eine prächtige Reihe,
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Zur Seite da und dort aufsteigend über dem
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Geebneten Boden die Tische.
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Denn ferne kommend haben
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Hieher, zur Abendstunde,
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Sich liebende Gäste beschieden.

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Und dämmernden Auges denk ich schon,
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Vom ernsten Tagwerk lächelnd,
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Ihn selbst zu sehn, den Fürsten des Fests.
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Doch wenn du schon dein Ausland gern verleugnest,
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Und als vom langen Heldenzuge müd,
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Dein Auge senkst, vergessen, leichtbeschattet,
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Und Freundesgestalt annimmst, du Allbekannter, doch
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Beugt fast die Knie das Hohe. Nichts vor dir,
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Nur Eines weiß ich, Sterbliches bist du nicht.
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Ein Weister mag mir manches erhellen; wo aber
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Ein Gott noch auch erscheint,
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Da ist doch andere Klarheit.

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Von heute aber nicht, nicht unverkündet ist er;
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Und einer, der nicht Flut noch Flamme gescheuet,
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Erstaunet, da es stille worden, umsonst nicht, jetzt,
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Da Herrschaft nirgend ist zu sehn bei Geistern und Menschen.
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Das ist, sie hören das Werk,
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Längst vorbereitend, von Morgen nach Abend, jetzt erst,
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Denn unermeßlich braust, in der Tiefe verhallend,
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Des Donnerers Echo, das tausendjährige Wetter,
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Zu schlafen, übertönt von Friedenslauten, hinunter.
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Ihr aber, teuergewordne, o ihr Tage der Unschuld,
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Ihr bringt auch heute das Fest, ihr Lieben! und es blüht
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Rings abendlich der Geist in dieser Stille;
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Und raten muß ich, und wäre silbergrau
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Die Locke, o ihr Freunde!
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Für Kränze zu sorgen und Mahl, jetzt ewigen Jünglingen ähnlich.

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Und manchen möcht ich laden, aber o du,
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Der freundlichernst den Menschen zugetan,
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Dort unter syrischer Palme,
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Wo nahe lag die Stadt, am Brunnen gerne war;
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Das Kornfeld rauschte rings, still atmete die Kühlung
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Vom Schatten des geweiheten Gebirges,
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Und die lieben Freunde, das treue Gewölk,
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Umschatteten dich auch, damit der heiligkühne
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Durch Wildnis mild dein Strahl zu Menschen kam, o Jüngling!
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Ach! aber dunkler umschattete, mitten im Wort, dich
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Furchtbarentscheidend ein tödlich Verhängnis. So ist schnell
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Vergänglich alles Himmlische; aber umsonst nicht;

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Denn schonend rührt des Maßes allzeit kundig
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Nur einen Augenblick die Wohnungen der Menschen
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Ein Gott an, unversehn, und keiner weiß es, wenn?
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Auch darf alsdann das Freche drüber gehn,
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Und kommen muß zum heilgen Ort das Wilde
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Von Enden fern, übt rauhbetastend den Wahn,
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Und trifft daran ein Schicksal, aber Dank,
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Nie folgt der gleich hernach dem gottgegebnen Geschenke;
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Tiefprüfend ist es zu fassen.
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Auch wär uns, sparte der Gebende nicht,
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Schon längst vom Segen des Herds
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Uns Gipfel und Boden entzündet.

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Des Göttlichen aber empfingen wir
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Doch viel. Es ward die Flamm uns
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In die Hände gegeben, und Ufer und Meersflut.
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Viel mehr, denn menschlicher Weise
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Sind jene mit uns, die fremden Kräfte, vertrauet.
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Und es lehret Gestirn dich, das
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Vor Augen dir ist, doch nimmer kannst du ihm gleichen.
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Vom Allebendigen aber, von dem
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Viel Freuden sind und Gesänge,
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Ist einer ein Sohn, ein Ruhigmächtiger ist er,
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Und nun erkennen wir ihn,
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Nun, da wir kennen den Vater
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Und Feiertage zu halten
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Der hohe, der Geist
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Der Welt sich zu Menschen geneigt hat.

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Denn längst war der zum Herrn der Zeit zu groß
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Und weit aus reichte sein Feld, wann hats ihn aber erschöpfet?
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Einmal mag aber ein Gott auch Tagewerk erwählen,
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Gleich Sterblichen und teilen alles Schicksal.
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Schicksalgesetz ist dies, daß Alle sich erfahren,
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Daß, wenn die Stille kehrt, auch eine Sprache sei.
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Wo aber wirkt der Geist, sind wir auch mit, und streiten,
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Was wohl das Beste sei. So dünkt mir jetzt das Beste,
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Wenn nun vollendet sein Bild und fertig ist der Meister,
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Und selbst verklärt davon aus seiner Werkstatt tritt,
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Der stille Gott der Zeit und nur der Liebe Gesetz,
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Das schönausgleichende gilt von hier an bis zum Himmel.

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Viel hat von Morgen an,
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Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander,
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Erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang.
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Und das Zeitbild, das der große Geist entfaltet,
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Ein Zeichen liegts vor uns, daß zwischen ihm und andern
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Ein Bündnis zwischen ihm und andern Mächten ist.
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Nicht er allein, die Unerzeugten, Ewgen
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Sind kennbar alle daran, gleichwie auch an den Pflanzen
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Die Mutter Erde sich und Licht und Luft sich kennet.
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Zuletzt ist aber doch, ihr heiligen Mächte, für euch
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Das Liebeszeichen, das Zeugnis
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Daß ihr noch seiet, der Festtag,

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Der Allversammelnde, wo Himmlische nicht
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Im Wunder offenbar, noch ungesehn im Wetter,
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Wo aber bei Gesang gastfreundlich untereinander
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In Chören gegenwärtig, eine heilige Zahl
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Die Seligen in jeglicher Weise
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Beisammen sind, und ihr Geliebtestes auch,
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An dem sie hängen, nicht fehlt; denn darum rief ich
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Zum Gastmahl, das bereitet ist,
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Dich, Unvergeßlicher, dich, zum Abend der Zeit,
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O Jüngling, dich zum Fürsten des Festes; und eher legt
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Sich schlafen unser Geschlecht nicht,
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Bis ihr Verheißenen all,
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All ihr Unsterblichen, uns
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Von eurem Himmel zu sagen,
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Da seid in unserem Hause.

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Leichtatmende Lüfte
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Verkünden euch schon,
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Euch kündet das rauchende Tal
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Und der Boden, der vom Wetter noch dröhnet,
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Doch Hoffnung rötet die Wangen,
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Und vor der Türe des Hauses
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Sitzt Mutter und Kind,
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Und schauet den Frieden
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Und wenige scheinen zu sterben,
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Es hält ein Ahnen die Seele,
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Vom goldnen Lichte gesendet,
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Hält ein Versprechen die Ältesten auf.

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Wohl sind die Würze des Lebens,
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Von oben bereitet und auch
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Hinausgeführet, die Mühen.
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Denn Alles gefällt jetzt,
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Einfältiges aber
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Am meisten, denn die langgesuchte,
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Die goldne Frucht,
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Uraltem Stamm
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In schütternden Stürmen entfallen,
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Dann aber, als liebstes Gut, vom heiligen Schicksal selbst,
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Mit zärtlichen Waffen umschützt,
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Die Gestalt der Himmlischen ist es.

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Wie die Löwin, hast du geklagt,
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O Mutter, da du sie,
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Natur, die Kinder verloren.
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Denn es stahl sie, Allzuliebende, dir
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Dein Feind, da du ihn fast
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Wie die eigenen Söhne genommen,
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Und Satyren die Götter gesellt hast.
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So hast du manches gebaut,
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Und manches begraben,
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Denn es haßt dich, was
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Du, vor der Zeit
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Allkräftige, zum Lichte gezogen.
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Nun kennest, nun lässest du dies;
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Denn gerne fühllos ruht,
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Bis daß es reift, furchtsamgeschäftiges drunten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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