Denn, wie wenn hoch von der herrlichgestimmten, der Orgel

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Friedrich Hölderlin: Denn, wie wenn hoch von der herrlichgestimmten, der Orgel Titel entspricht 1. Vers(1801)

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Denn, wie wenn hoch von der herrlichgestimmten, der Orgel
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Im heiligen Saal,
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Reinquillend aus den unerschöpflichen Röhren,
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Das Vorspiel, weckend, des Morgens beginnt
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Und weitumher, von Halle zu Halle,
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Der erfrischende nun, der melodische Strom rinnt,
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Bis in den kalten Schatten das Haus
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Von Begeisterungen erfüllt,
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Nun aber erwacht ist, nun, aufsteigend ihr,
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Der Sonne des Fests, antwortet
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Der Chor der Gemeinde: so kam
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Das Wort aus Osten zu uns,
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Und an Parnassos Felsen und am Kithäron hör ich,
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O Asia, das Echo von dir und es bricht sich
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Am Kapitol und jählings herab von den Alpen

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Kommt eine Fremdlingin sie
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Zu uns, die Erweckerin,
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Die menschenbildende Stimme.
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Da faßt' ein Staunen die Seele
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Der Getroffenen all und Nacht
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War über den Augen der Besten.
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Denn vieles vermag
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Und die Flut und den Fels und Feuersgewalt auch
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Bezwinget mit Kunst der Mensch
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Und achtet, der Hochgesinnte, das Schwert
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Nicht, aber es steht
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Vor Göttlichem der Starke niedergeschlagen,

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Und gleichet dem Wild fast; das,
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Von süßer Jugend getrieben,
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Schweift rastlos über die Berg
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Und fühlet die eigene Kraft
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In der Mittagshitze. Wenn aber
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Herabgeführt, in spielenden Lüften,
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Das heilige Licht, und mit dem kühleren Strahl
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Der freudige Geist kommt zu
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Der seligen Erde, dann erliegt es, ungewohnt
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Des Schönsten, und schlummert wachenden Schlaf,
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Noch ehe Gestirn naht. So auch wir. Denn manchen erlosch
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Das Augenlicht schon vor den göttlichgesendeten Gaben,

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Den freundlichen, die aus Ionien uns,
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Auch aus Arabia kamen, und froh ward
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Der teuern Lehr und auch der holden Gesänge
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Die Seele jener Entschlafenen nie,
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Doch einige wachten. Und sie wandelten oft
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Zufrieden unter euch, ihr Bürger schöner Städte,
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Beim Kampfspiel, wo sonst unsichtbar der Heros
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Geheim bei Dichtern saß, die Ringer schaut' und lächelnd
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Pries, der gepriesene, die müßigernsten Kinder.
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Ein unaufhörlich Lieben wars und ists.
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Und wohlgeschieden, aber darum denken
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Wir aneinander doch, ihr Fröhlichen am Isthmos,
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Und am Cephiß und am Taygetos,
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Auch eurer denken wir, ihr Tale des Kaukasos,
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So alt ihr seid, ihr Paradiese dort,
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Und deiner Patriarchen und deiner Propheten,

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O Asia, deiner Starken, o Mutter!
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Die furchtlos vor den Zeichen der Welt,
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Und den Himmel auf Schultern und alles Schicksal,
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Taglang auf Bergen gewurzelt,
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Zuerst es verstanden,
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Allein zu reden
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Zu Gott. Die ruhn nun. Aber wenn ihr,
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Und dies ist zu sagen,
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Ihr Alten all, nicht sagtet, woher
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Wir nennen dich: heiliggenötiget, nennen,
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Natur! dich wir, und neu, wie dem Bad entsteigt
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Dir alles Göttlichgeborne.

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Zwar gehn wir fast, wie die Waisen;
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Wohl ists, wie sonst, nur jene Pflege nicht wieder;
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Doch Jünglinge, der Kindheit gedenk,
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Im Hause sind auch diese nicht fremde.
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Sie leben dreifach, eben wie auch
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Die ersten Söhne des Himmels.
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Und nicht umsonst ward uns
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In die Seele die Treue gegeben.
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Nicht uns, auch Eures bewahrt sie,
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Und bei den Heiligtümern, den Waffen des Worts,
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Die scheidend ihr den Ungeschickteren uns,
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Ihr Schicksalssöhne, zurückgelassen,

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Ihr guten Geister, da seid ihr auch,
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Oftmals, wenn einen dann die heilige Wolk umschwebt,
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Da staunen wir und wissens nicht zu deuten.
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Ihr aber würzt mit Nektar uns den Othem
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Und dann frohlocken wir oft oder es befällt uns
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Ein Sinnen, wenn ihr aber einen zu sehr liebt,
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Er ruht nicht, bis er euer einer geworden.
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Darum, ihr Gütigen! umgebet mich leicht,
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Damit ich bleiben möge, denn noch ist manches zu singen,
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Jetzt aber endiget, seligweinend,
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Wie eine Sage der Liebe,
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Mir der Gesang, und so auch ist er
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Mir, mit Erröten, Erblassen,
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Von Anfang her gegangen. Doch Alles geht so.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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