Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute

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Friedrich Hölderlin: Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute Titel entspricht 1. Vers(1800)

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Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute
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Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.
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Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes
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Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.
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Trüb ists heut, es schlummern die Gäng und die Gassen und fast will
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Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.
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Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zweifeln an
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Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.
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Denn nicht wenig erfreut, was wir vom Himmel gewonnen,
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Wenn ers weigert und doch gönnet den Kindern zuletzt.
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Nur daß solcher Reden und auch der Schritt' und der Mühe
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Wert der Gewinn und ganz wahr das Ergötzliche sei.
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Darum hoff ich sogar, es werde, wenn das Gewünschte
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Wir beginnen und erst unsere Zunge gelöst,
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Und gefunden das Wort, und aufgegangen das Herz ist,
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Und von trunkener Stirn höher Besinnen entspringt,
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Mit der unsern zugleich des Himmels Blüte beginnen,
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Und dem offenen Blick offen der Leuchtende sein.

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Denn nicht Mächtiges ists, zum Leben aber gehört es,
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Was wir wollen, und scheint schicklich und freudig zugleich.
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Aber kommen doch auch der segenbringenden Schwalben
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Immer einige noch, ehe der Sommer, ins Land.
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Nämlich droben zu weihn bei guter Rede den Boden,
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Wo den Gästen das Haus baut der verständige Wirt;
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Daß sie kosten und schaun das Schönste, die Fülle des Landes,
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Daß, wie das Herz es wünscht, offen, dem Geiste gemäß
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Mahl und Tanz und Gesang und Stuttgarts Freude gekrönt sei,
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Deshalb wollen wir heut wünschend den Hügel hinauf.
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Mög ein Besseres noch das menschenfreundliche Mailicht
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Drüber sprechen, von selbst bildsamen Gästen erklärt,
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Oder, wie sonst, wenns andern gefällt, denn alt ist die Sitte,
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Und es schauen so oft lächelnd die Götter auf uns,
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Möge der Zimmermann vom Gipfel des Daches den Spruch tun,
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Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan.

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Aber schön ist der Ort, wenn in Feiertagen des Frühlings
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Aufgegangen das Tal, wenn mit dem Neckar herab
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Weiden grünend und Wald und all die grünenden Bäume
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Zahllos, blühend weiß, wallen in wiegender Luft,
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Aber mit Wölkchen bedeckt an Bergen herunter der Weinstock
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Dämmert und wächst und erwarmt unter dem sonnigen Duft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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