An eine Fürstin von Dessau

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Friedrich Hölderlin: An eine Fürstin von Dessau (1799)

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Aus stillem Hause senden die Götter oft
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Auf kurze Zeit zu Fremden die Lieblinge,
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Damit, erinnert, sich am edlen
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Bilde der Sterblichen Herz erfreue.

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So kommst du aus Luisiums Hainen auch,
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Aus heilger Schwelle dort, wo geräuschlos rings
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Die Lüfte sind und friedlich um dein
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Dach die geselligen Bäume spielen,

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Aus deines Tempels Freuden, o Priesterin!
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Zu uns, wenn schon die Wolke das Haupt uns beugt
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Und längst ein göttlich Ungewitter
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... über dem Haupt uns wandelt.

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O teuer warst du, Priesterin! da du dort
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Im Stillen göttlich Feuer behütetest,
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Doch teurer heute, da du Zeiten
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Unter den Zeitlichen segnend feierst.

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Denn wo die Reinen wandeln, vernehmlicher
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Ist da der Geist, und offen und heiter blühn
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Des Lebens dämmernde Gestalten
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Da, wo ein sicheres Licht erscheinet.

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Und wie auf dunkler Wolke der schweigende,
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Der schöne Bogen blühet, ein Zeichen ist
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Er künftger Zeit, ein Angedenken
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Seliger Tage, die einst gewesen,

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So ist dein Leben, heilige Fremdlingin!
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Wenn du Vergangnes über Italiens
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Zerbrochnen Säulen, wenn du neues
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Grünen aus stürmischer Zeit betrachtest.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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