An den Frühling

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Friedrich Hölderlin: An den Frühling (1797)

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Du mein Herz! noch alterst du nicht; wie Luna den Liebling
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Weckte des Himmels Kind, die Freude, vom Schlafe dich wieder;
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Denn Sie erwacht mit mir zu neuer, glühender Jugend,
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Meine Schwester, die süße Natur, und meine geliebten
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Tale lächeln mich an, und meine geliebteren Haine,
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Voll erfreulichen Vogelgesangs, und scherzender Lüfte,
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Jauchzen in wilder Lust der freundlichen Gruß mir entgegen.
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Der du Herzen verjüngst, und Fluren, heiliger Frühling,
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Heil dir! Erstgeborner der Zeit! erquickender Frühling,
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Erstgeborner im Schoße der Zeit! Gewaltiger! Heil dir,
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Heil! die Fessel zerriß; und tönt dir Feiergesänge,
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Daß die Gestad erbeben, der Strom, wir Jünglinge taumeln,
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Jauchzen hinaus, wo der Strom dich preist, wir enthüllen, du Holder,
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Deinem Liebeshauche die glühende Brust, und stürzen hinunter
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In den Strom, und jauchzen mit ihm, und nennen dich Bruder.

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Bruder! wie tanzt so schön, mit tausendfältiger Freude,
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Ach! und tausendfältiger Lieb im lächelnden Aether
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Deine Erde dahin, seit aus Elysiums Talen
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Du mit dem Zauberstab ihr nahtest, himmlischer Jüngling!
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Sahn wir nicht, wie sie freundlicher nun den stolzen Geliebten
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Grüßt', den heiligen Tag, wenn er kühn vom Siege der Schatten
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Über die Berge flammt! wie sie sanfterrötend im Schleier
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Silberner Düfte verhüllt, in süßen Erwartungen aufblickt,
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Bis sie glühet von ihm, und ihre friedlichen Kinder
25
Alle, Blumen und Hain', und Saaten und sprossende Reben, ...

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Schlummre, schlummre nun, mit deinen friedlichen Kindern,
27
Mutter Erde! denn Helios hat die glühenden Rosse
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Längst zur Ruhe gelenkt, und die freundlichen Helden des Himmels,
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Perseus dort, und Herkules dort, sie wallen in stiller
30
Liebe vorbei, und leise durchstreift der flüsternde Nachthauch
31
Deine fröhliche Saat, und die fernher tönenden Bäche
32
Lispeln Schlummergesänge darein, ...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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