An Herkules

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Friedrich Hölderlin: An Herkules (1796)

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In der Kindheit Schlaf begraben
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Lag ich, wie das Erz im Schacht;
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Dank, mein Herkules! den Knaben
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Hast zum Manne du gemacht,
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Reif bin ich zum Königssitze
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Und mir brechen stark und groß
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Taten, wie Kronions Blitze,
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Aus der Jugend Wolke los.

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Wie der Adler seine Jungen,
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Wenn der Funk im Auge klimmt,
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Auf die kühnen Wanderungen
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In den frohen Aether nimmt,
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Nimmst du aus der Kinderwiege,
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Von der Mutter Tisch und Haus
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In die Flamme deiner Kriege,
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Hoher Halbgott, mich hinaus.

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Wähntest du, dein Kämpferwagen
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Rolle mir umsonst ins Ohr?
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Jede Last, die du getragen,
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Hub die Seele mir empor,
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Zwar der Schüler mußte zahlen;
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Schmerzlich brannten, stolzes Licht,
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Mir im Busen deine Strahlen,
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Aber sie verzehrten nicht.

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Wenn für deines Schicksals Wogen
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Hohe Götterkräfte dich,
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Kühner Schwimmer! auferzogen,
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Was erzog dem Siege mich?
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Was berief den Vaterlosen,
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Der in dunkler Halle saß,
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Zu dem Göttlichen und Großen,
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Daß er kühn an dir sich maß?

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Was ergriff und zog vom Schwarme
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Der Gespielen mich hervor?
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Was bewog des Bäumchens Arme
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Nach des Aethers Tag empor?
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Freundlich nahm des jungen Lebens
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Keines Gärtners Hand sich an,
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Aber kraft des eignen Strebens
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Blickt und wuchs ich himmelan.

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Sohn Kronions! an die Seite
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Tret ich nun errötend dir,
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Der Olymp ist deine Beute;
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Komm und teile sie mit mir!
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Sterblich bin ich zwar geboren,
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Dennoch hat Unsterblichkeit
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Meine Seele sich geschworen,
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Und sie hält, was sie gebeut.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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