Meine Genesung

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Friedrich Hölderlin: Meine Genesung (1790)

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Jede Blüte war gefallen
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Von dem Stamme; Mut und Kraft,
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Fürder meine Bahn zu wallen,
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War im Kampfe mir erschlafft;
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Weggeschwunden Lust und Leben,
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Früher Jahre stolze Ruh;
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Meinem Grame hingegeben,
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Wankt ich still dem Grabe zu.

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Himmel, wie das Herz vergebens
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Oft nach edler Liebe rang,
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Oft getäuscht des Erdelebens
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Träum und Hoffnungen umschlang!
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Ach, den Kummer abzuwenden,
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Bat ich, freundliche Natur!
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Oft von deinen Mutterhänden
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Einen Tropfen Freude nur.

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Ha, an deinem Göttermahle
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Trink ich nun Vergessenheit,
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In der vollen Zauberschale
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Reichst du Kraft und Süßigkeit.
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In Entzückungen verloren
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Staun ich die Verwandlung an!
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Flur und Hain ist neugeboren,
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Göttlich strahlt der Lenz heran. –

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Daß ich wieder Kraft gewinne,
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Frei wie einst und selig bin,
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Dank ich deinem Himmelssinne,
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Lyda, süße Retterin!
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Labung lächelte dem Müden,
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Hohen Mut dein Auge zu,
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Hohen Mut, wie du zufrieden,
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Gut zu sein und groß wie du.

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Stark in meiner Freuden Fülle
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Wall ich fürder nun die Bahn,
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Reizend in der Wolkenhülle
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Flammt das ferne Ziel mich an.
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Mags den Peinigern gelingen!
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Mag die bleiche Sorge sich
39
Um die stille Klause schwingen!
40
Lyda! Lyda tröstet mich!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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