An die Ruhe

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Friedrich Hölderlin: An die Ruhe (1789)

1
Vom Gruß des Hahns, vom Sichelgetön erweckt,
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Gelobt ich dir, Beglückerin! Lobgesang,
3
Und siehe da, am heitern Mittag
4
Schläget sie mir, der Begeistrung Stunde.

5
Erquicklich, wie die heimische Ruhebank
6
Im fernen Schlachtgetümmel dem Krieger deucht,
7
Wenn die zerfleischten Arme sinken,
8
Und der geschmetterte Stahl im Blut liegt –

9
So bist du, Ruhe! freundliche Trösterin!
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Du schenkest Riesenkraft dem Verachteten;
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Er höhnet Dominiksgesichtern,
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Höhnet der zischenden Natterzunge.

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Im Veilchental, vom dämmernden Hain umbraust,
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Entschlummert er, von süßen Begeistrungen
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Der Zukunft trunken, von der Unschuld
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Spielen im flatternden Flügelkleide.

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Da weiht der Ruhe Zauber den Schlummernden,
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Mit Mut zu schwingen im Labyrinth sein Licht,
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Die Fahne rasch voranzutragen,
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Wo sich der Dünkel entgegenstemmet.

21
Auf springt er, wandelt ernster den Bach hinab
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Nach seiner Hütte. Siehe! das Götterwerk,
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Es keimet in der großen Seele.
24
Wieder ein Lenz, – und es ist vollendet.

25
An jener Stätte bauet der Herrliche
26
Dir, gottgesandte Ruhe! den Dankaltar.
27
Dort harrt er, wonnelächlend, wie die
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Scheidende Sonne, des längern Schlummers.

29
Denn sieh, es wallt der Enkel zu seinem Grab,
30
Voll hohen Schauers, wie zu des Weisen Grab,
31
Des Herrlichen, der, von der Pappel
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Säuseln umweht, auf der Insel schlummert.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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