1
Kommt, ihr Kinder von Teut!
2
Ihr Kinder von Teut! zum Tale der Schlacht.
3
Entblößet die Häupter, ihr Kinder von Teut!
4
Und schauet nieder mit heiligem Blick!
5
Denn hier – hier starb der Mann,
6
Des Taten die Lande sahn,
7
Und ihren Felsen geboten,
8
Zu beugen die Scheitel den Taten des Manns,
9
Und ihren Hügeln geboten,
10
Zu beugen ihr Haupt den Taten des Manns;
11
Des Taten die Meere sahn,
14
Zu donnern ein Lob den Taten des Manns;
15
Entblößet die Häupter, ihr Kinder von Teut!
16
Denn hier – hier starb der Mann,
18
Des Ozeans Inseln sich küssen,
19
Und Kolumbens Welt Lusitanias Küsten umarmt,
20
Von fernen Völkern gepriesen,
21
Von fremden Zungen genannt,
22
Am heiligen Denkmal, im Herzen der Edlen
23
Noch ewig, wie Gottes Gestirne steht,
24
Entblößet die Häupter, ihr Kinder von Teut!
25
Und schauet nieder mit heiligem Blick!
26
Denn hier – starb – Gustav.
28
Die Siege zu krönen, die blutige Schlacht,
29
Und Heldenknie sanken, und Felsenherzen erbebten
30
Vor Gustav Adolfs Schwert,
31
Und Blut der Räuber floß,
32
Und Blut der Witwenmörder,
33
Und Blut der Schänder der Freiheit floß,
34
Und hinan im Blute der Räuber hinan
35
Stürzt', als ein Racheblitz des Rächers,
36
Mit seinen Treuen Gustav hinan.
37
Er gedachte seiner Taten,
38
Da flammte sein Auge von Götterlust,
40
Und Himmelsruhe verklärte sein Angesicht
41
Und hinan, in seiner Himmelsruhe
42
Stürzt' an der Spitze der Treuen Gustav hinan –
43
Doch wehe! unter den Treuen
45
Er dachte – der Verräter – den Höllengedanken,
47
Ha! Verräter! Verräter!
48
Daß in der Todesstunde dein Weib dich verdamme,
49
Und wehe! über dich rufen deine Söhne,
50
Und deine Enkel die Tat ins Ohr dir heulen,
51
Bis deine Blicke erstarren im Grauen des Meuchelmords,
52
Und deine Seele flieht vor den Schrecken der Ewigkeit.
54
In deinem Tale, du Herrlicher!
55
Und schänden die heilige Stätte mit Fluch?
56
O Gustav! Gustav! vergib,
57
Vergib den Eifer der Deinen,
58
Und neige dich freundlich herab vom Gefilde des Lohns,
59
Zu den Stimmen des dankenden Lobgesangs.
60
Dank dem Retter der Freiheit!
61
Dem Richter der Witwenmörder!
62
Dank dem Sieger bei Lipsia!
63
Dank dem Sieger am Lechus!
64
Dank dem Sieger im Todestal!
65
Dank und Ruhm dem Bruder des Schwachen,
66
Dem gnadelächelnden Sieger!
67
Dank und Ruhm dem Erwäger des Rechts,
68
Dem Feind des Erobrers, dem Hasser des Stolzen,
69
Dem weichen Weiner an Tillys Grab!
70
Dank und Ruhm und Heil dem Schützer des Frommen,
71
Dem Trockner der Märtyrerstränen,
72
Dem Steurer der Pfaffenwut – –