Großer Name! – Millionen Herzen

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Friedrich Hölderlin: Großer Name! – Millionen Herzen Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Großer Name! – Millionen Herzen
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Lockt ins Elend der Sirenenton,
3
Tausend Schwächen wimmern, tausend Schmerzen
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Um der Ehrsucht eitlen Flitterthron.

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Seine schwarze, blutbefleckte Hände
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Dünken dem Erobrer göttlichschön –
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Schwache morden scheint ihm keine Sünde,
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Und er jauchzt auf seine Trümmer hin.

9
Um wie Könige zu prahlen, schänden
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Kleinre Wütriche ihr armes Land;
11
Und um feile Ordensbänder wenden
12
Räte sich das Ruder aus der Hand.

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Pfaffen spiegeln um Apostelehre
14
Ihren Narren schwarze Wunder vor;
15
Um Mariasehre krächzen Nonnenchöre
16
Wahnsinn zum Marienbild empor.

17
Graue Sünder donnern, ihre Blöße
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Wegzudonnern, rauh die Unschuld an;
19
Gott zu leugnen, hält so oft für Größe,
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Hält für Größe noch so oft – ein Mann.

21
Göttin in des Buben Mund zu heißen,
22
Gibt das Mädchen ihren Reiz zum Sold;
23
Mitzurasen in Verführerkreisen,
24
Wird der Bube früh ein Trunkenbold.

25
Doch es sträubet sich des Jünglings Rechte,
26
Länger sing ich von den Toren nicht.
27
Wisse! schwaches, niedriges Geschlechte!
28
Nahe steht der Narr am Bösewicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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