An meine Freundinnen

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Friedrich Hölderlin: An meine Freundinnen (1787)

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Mädchen! die ihr mein Herz, die ihr mein Schicksal kennt,
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Und das Auge, das oft Tränen im Tale weint
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In den Stunden des Elends –
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Dies mein traurendes Auge seht!

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In der Stille der Nacht denket an euch mein Lied,
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Wo mein ewiger Gram jeglichen Stundenschlag,
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Welcher näher mich bringt dem
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Trauten Grabe, mit Dank begrüßt.

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Aber daß ich mein Herz redlich und treu, und rein
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Im Gewirre der Welt, unter den Lästerern
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Treu und rein es behielt, ist
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Himmelswonne dem Leidenden.

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Mädchen! bleibet auch ihr redlich und rein und treu!
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Gute Seelen! Vielleicht wartet auf euch ein Los,
15
Das dem meinigen gleicht. Dann
16
Stärkt im Leiden auch euch mein Trost.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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