Es waren drei Könige im Morgenland

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Otto Roquette: Es waren drei Könige im Morgenland Titel entspricht 1. Vers(1860)

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Es waren drei Könige im Morgenland,
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Das Wort war ihnen ergangen,
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Und wo der Stern am Himmel stand,
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Da sollten sie Heil empfangen.

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Es waren Hirten auf freier Wacht,
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Die hatten den Stern gesehen,
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Er leuchtete hell durch die ganze Nacht,
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Die andern mußten vergehen.

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Die Hirten, die Könige, zogen ihm nach,
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So weit das Land sich breitet,
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Bis daß sie standen am niedren Dach,
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Dahin der Stern sie geleitet. –

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In die Welt hinaus
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Ist Mancher gegangen,
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Kehrte spät nach Haus
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Mit gebräunten Wangen.

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Steht ihm Leben und Muth
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Im Antlitz geschrieben,
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Ach, wär er auch gut
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Im Herzen geblieben! –

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Reite, reite, Rößlein!
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Zu Basel steht ein Schlößlein,
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Zu Köln da steht ein Glockenhaus,
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Daneben schau'n drei Jungfern aus.

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Die eine die spinnt Seide,
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Die andre spinnt das klare Gold,
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Die dritte, ja, die dritte,
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Ist unsrem Büblein hold! –

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Wer die Fremde gesehn,
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Hat viel wohl erfahren!
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Wird er die noch verstehn,
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Die so weit nicht waren?

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Daheim ist's nur still,
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Und eng sind die Kreise.
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Ach, hielt' ihn sein Will'
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In der heimischen Weise! –

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Die heilgen drei Könige zogen nach Haus,
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Die Hirten zu ihren Heerden,
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Das Heil ging von dem Kindlein aus,
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Wohl über den Kreis der Erden.

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Und als die heilgen drei Könige todt,
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Da wurden sie begraben,
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Bis daß der Kaiser viel Schätze bot,
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Am Rhein wollt' er sie haben.

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Die heilgen drei Könige kamen zum Rhein,
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In Köln der Stadt zu liegen,
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Da schlafen sie still in ihrem Schrein,
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Wie's Kindlein in der Wiegen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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