Dem blinden Flötenspieler Dülon auf die Reise

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Dem blinden Flötenspieler Dülon auf die Reise (1788)

1
Du guter Dülon klage nicht,
2
Daß Nacht umflort dein Angesicht;
3
Hast du nicht tiefes Herzgefühl?
4
Nicht zauberisches Flötenspiel?

5
Und dennoch sang er Ilium
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Und des Odysseus Wanderschaft
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Mit voller Schöpfer-Geisteskraft.

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Blind saß der Zeltenbarde da,
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Und sah, was kaum ein Dichter sah.
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Den Stürmen gleich des Ozeans,
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Erscholl die Harfe

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Das Chaos und die Höllennacht,
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Und malte, ohne Augenstrahl,
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Der Weiber schönes Ideal.

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Und
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Dringt in das Reich der Fabel ein;
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Und seine Geißel, kühn und stark,
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Trifft böse Fürsten bis aufs Mark.

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Die lichtberaubte
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Schwingt ihre Saiten so gewiß,
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Daß vor der Macht des Genius
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Der Hörer wonneschauern muß.

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Gar gut ist Gott, der uns gemacht:
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Deckt er den äußern Blick mit Nacht,
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So schärft er, zu der Seele Glück,
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Mit hellerm Strahl den innern Blick.

27
Drum, guter
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Daß Nacht umflort dein Angesicht.
29
Gott gab dir tiefres Herzgefühl,
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Und Zauber in dein Flötenspiel.

31
O
32
Einst öffnen deine Augen sich,
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Dann siehst du Gottes Herrlichkeit,
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Und flötest ihm aus Dankbarkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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