Bei einem Wetter

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Bei einem Wetter (1789)

1
Wolkensammler, der im Himmel thronet,
2
Der so gerne seine Menschen schonet,
3
Sprich zum Wetter, das uns droht:
4
Werde Segen, und nicht Tod!

5
Unter mancher strohbedeckten Hütte
6
Winselt ja des armen Waisen Bitte:
7
Straf uns nicht in deinem Zorn,
8
Vater, laß uns unser Korn!

9
Wenn die schwarze Wolke donnerträchtig,
10
Unsre Saaten zu verwüsten, mächtig
11
Ueber unsre Gauen zeucht;
12
Ach, so werde sie verscheucht.

13
Winke, daß ein Schlauch die Wolke werde,
14
Segen zu verspritzen auf die Erde;
15
Leuchte mit des Blitzes Licht
16
Irrenden, nur tödte nicht.

17
Standest du nicht auf dem Regenbogen
18
Einst vor Noah? sprachest: Euch gewogen
19
Bleib' ich, Wasserfluthgericht
20
Straf' euch Menschen fürder nicht!

21
Laß dies auch von deinem Donner gelten;
22
Spar aufs Weltgericht sein grimmes Schelten;
23
Laß des Hagels schwere Wuth
24
Schmelzen in der Liebe Gluth.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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