Grablied des 1787. Jahres

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Grablied des 1787. Jahres (1787)

1
Gehab dich wohl, du liebes Jahr,
2
Mit deinen Monden wandelbar,
3
Mit deinen Tagen, Sohn der Zeit,
4
Zieh friedlich in die Ewigkeit.

5
Der Blicker in dem Himmel sah
6
Das Böse, das in dir geschah;
7
Doch sah er auch die goldne Saat
8
Von mancher Geist- und Herzensthat.

9
Er sah des Christen Widerstand,
10
Mit dem er Zweifel überwand;
11
Er sah des Glaubens hohe Macht,
12
Die Satans Höllengrimm verlacht;

13
Sah in der stummen Siedelei
14
Den Mann, der ohne Heuchelei
15
Geräuschlos manche That gethan,
16
Die Ruhm und Gold nicht lohnen kann.

17
So manche Zähre tilgtest du,
18
So manchem Kämpfer gabst du Ruh';
19
So manchem hast du tiefgefühlt
20
Den Schweiß im Todeskampf gekühlt.

21
Auch schlüpftest du ins Kerkergrab
22
Und streiftest manche Fesseln ab;
23
Auch
24
Mit Thränen hab' ich sie beträuft.

25
So nimm denn diesen Thränenkuß,
26
O du des Jahres Genius!
27
Tilg unsre Schuld aus deinem Buch.
28
Erfleh uns Segen nur, nicht Fluch.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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