Vaterland

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Christian Friedrich Daniel Schubart: Vaterland (1790)

1
Teutonia, mein großes Vaterland,
2
Du Riesentochter, schwingst schon wieder
3
Die Schlachtgeschosse in der Hand?
4
Reiz'st Brüder gegen Brüder?

5
Soll wieder Blut – ach, deiner Söhne Blut
6
Das Gras, die Wiesenblume färben?
7
Siehst du so gerne, schwarz vor Wuth,
8
Den wunden Krieger sterben?

9
Schon hör' ich's, wie der Brennen blaue Schaar
10
Daher mit Donnerschritten schreitet,
11
Von ihrem Schützer unsichtbar,
12
Von Friedrichs Geist begleitet.

13
Gleich Meereswogen wälzt ein weißes Heer
14
Den blauen Schaaren sich entgegen.
15
Die Pulverwetter drohen schwer
16
Mit mörderischen Schlägen.

17
O du, auf den der Blick der Welt gekehrt,
18
O Leopold, der Menschen Freude,
19
Sprich zu dem blanken Würgeschwert:
20
»fahr wieder in die Scheide.«

21
Auch Friedrich Wilhelm ist dem Frieden hold,
22
Ein Feind vom mörderischen Wüthen.
23
Er wird die Rechte, Leopold,
24
Dir gern, als Bruder, bieten.

25
Es ist so schön, so himmlisch königlich,
26
Im Frieden seinen Thron besteigen,
27
Und allen Erdenvölkern sich
28
Als Freund der Menschheit zeigen.

29
Der Aufruhr, den die Höll' heraufgesandt,
30
Die Nationen zu erregen,
31
Wird bald aus hochgehobner Hand
32
Die Flammengeißel legen.

33
Doch soll des Krieges Wetterwolkennacht,
34
Teutonia, die Welt bestürmen,
35
So droh mit aller deiner Macht
36
Den stolzen sieben Thürmen.

37
Nur möge nie des Deutschen starke Hand
38
Den Bruder bei der Kehle packen,
39
Auch schickt sich besser Mord und Brand
40
Für thierische Kosaken.

41
Im Friedenslispel schalle bald der Ruf:
42
Ein Kaiser sitzt auf deutschem Throne!
43
Den Gott zu unsrem Haupte
44
Dem

45
Hingebückt an ihrem Betaltare
46
Fleht Germania mit Angstgeschrei:
47
Gott, gebeut dem Kampf der schwarzen Aare,
48
Daß er kurz und minder blutig sei.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.