Der Träumer

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Gustav Falke: Der Träumer (1884)

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Ich, du und die mich schelten,
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Sind Blüten an Einem Baum,
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Gott und die rollenden Welten,
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Wir alle sind Ein Traum.

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Ihr scheltet meine Träume,
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Wenn auch mit mildem Wort,
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Daß ich das Hier versäume
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Um ein erdichtetes Dort.

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Wohl bleib ich fern den Toren,
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Was auch ihr Tun beginnt,
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Die da nach Quellen bohren,
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Wo keine Quelle rinnt.

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Ich suche mir das Wasser,
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Dessen meine Seele bedarf,
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Den Quell, in den kein Hasser,
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Kein Neidling Steine warf.

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Und meine Eimer steigen
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Hinab, herauf in Ruh,
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Die Tiefe wird mein Eigen,
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Leben fließt Leben zu.

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Und wenn es steigt und flutet
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Und füllt die Seele ganz,
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Und auf der Fülle glutet
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Von oben her ein Glanz –

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Da hebt von selbst zu tönen
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Die volle Tiefe an,
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Das laß ich mir nicht höhnen,
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Meine Seligkeit hängt daran.

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Wollt ihr um andres schmälen,
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Da lächle ich nur still,
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Mag jeder sein Rößlein wählen
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Und reiten, wie er will.

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Sitz er nur fest im Bügel
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Und wisse, wohin es geht:
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Nach einem kleinen Hügel,
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Darüber Vergessen weht.

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Genug, wenn eine Platte
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Mit einem Sprüchlein drin
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Das Grab mir deckt: Er hatte
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Ein Herz und gab es hin.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Falke
(18531916)

* 11.01.1853 in Lübeck, † 08.02.1916 in Groß Borstel

männlich, geb. Falke

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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