Gesang der Muscheln

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Gustav Falke: Gesang der Muscheln (1884)

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Hier auf deinem Fensterbrette
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Durcheinander hingetan,
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Träumen wir vom Wiegenbette,
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Träumen wir vom Ozean.

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Unter Algen, unter Moosen,
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Tief im Wald von Silbertang,
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Lebten einen sehnsuchtslosen
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Tag wir, tausend Jahre lang.

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Oben die kristallne Wandung,
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Die uns von dem Himmel trennt,
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Und im Ohr den Ruf der Brandung,
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Die den Klippenwall berennt.

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Dunkle Purpurrosen blühten
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Aus der Finsternis umher,
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Tausend Augen blitzten, glühten
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Gleich Demanten rings im Meer.

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Und nun liegen wir und glänzen
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Hier auf deinem Fensterbrett,
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Deine grellen Blumen kränzen
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Unser hartes Totenbett.

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Und in deinen Händen fühlen
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Wir dein heißes Blut mit Scham.
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Ach, als noch in ihre kühlen
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Finger uns die Nixe nahm!

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Ihre Silberflossen glitten
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Leise unsern Leib entlang,
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Und wir zitterten und litten,
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Lauschten ihrem Ferngesang.

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Tauche du nur einmal nieder,
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Wo das Dunkel purpurn scheint,
31
Schenktest uns der Welle wieder,
32
Die um ihre Kinder weint.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Falke
(18531916)

* 11.01.1853 in Lübeck, † 08.02.1916 in Groß Borstel

männlich, geb. Falke

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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