Des Dichters Kraft und Schwinge brach

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Gustav Falke: Des Dichters Kraft und Schwinge brach Titel entspricht 1. Vers(1884)

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Des Dichters Kraft und Schwinge brach
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Von Neid und Not gehetzt,
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Im Narrenturm ein eng Gemach
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Giebt Herberg ihm zuletzt.

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Einst war er jung und sang hinaus
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Was ihm die Brust bewegt,
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Nun haben sie in dieses Haus
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Den Graubart festgelegt.

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Sie lachten und sie höhnten sein,
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Da er von Edlem sang.
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Der Zweifel bat sich bei ihm ein,
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Die Sorge bat nicht lang.

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Da wuchs sein Trotz, da stieg sein Stolz
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Hoch über Hohn und Spott,
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Da ward an seinem Marterholz
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Er zum geschlagnen Gott:

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»die Welt ist mein! Ich schuf zur Lust
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Sie euch mit Schaffensschmerz,
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Ich griff hinein in meine Brust
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Und schenkte euch mein Herz.

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Ihr aber habt die Welt zerpflückt,
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Geschändet plump und roh,
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Habt mir mein reiches Herz zerdrückt,
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Und ich verblute so.« –

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In Zellennacht, in Wahnsinnsnacht
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Entschlief ihm Schmach und Pein.
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Was ihm da draußen nie gelacht,
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Hier nannt' er's dreifach sein.

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Er sah verzückt den Himmel auf,
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Sah Krone nah und Kranz,
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Und sterbend schwang er sich hinauf
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Zu vorgeahntem Glanz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Falke
(18531916)

* 11.01.1853 in Lübeck, † 08.02.1916 in Groß Borstel

männlich, geb. Falke

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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