Welch Traum doch nur: Ich auf den Knien vor dir

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Gustav Falke: Welch Traum doch nur: Ich auf den Knien vor dir Titel entspricht 1. Vers(1884)

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Welch Traum doch nur: Ich auf den Knien vor dir,
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Das Tuch bereit in halb erhobenen Händen,
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Und du den nackten weißen Kinderfuß,
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Die Rechte raffte leicht den Saum des Kleides,
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Ganz ohne Scheu entgegenstreckend mir.
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Das liebe, blonde Köpfchen sanft geneigt,
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Mit unschuldsvollem, reinem Kinderlächeln.
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Und mit den großen grauen schönen Augen
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Anleuchtend mich, mir in die Seele leuchtend,
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Als wolltest ein Geheimnis du erforschen.
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Und alles so naiv, so unbefangen,
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Ein traumbelebtes, holdes Heiligenbild,
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Wie es die alten frommen Meister malten.

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Wie kam in meinen Schlaf nur dieser Traum?
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So rein, so keusch hätt' nie der Wachende
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Ein Wort, ein Bild gefunden für sein Lieben:
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Zu deinen Füßen so in niedern Dienst,
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Wie nach des Herrn und Heiland hohem Vorbild
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Noch vor der Ärmsten heut' zur heiligen Zeit
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Der Christenheit geweihter Kronenträger
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Den Scheitel neigt in selbstgewollter Demut.

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Verstehst du diesen Traum, verstehst ihn ganz,
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Der mich beglückt noch Tag und Tage lang
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Und mich erröten lässt in zarter Scham?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gustav Falke
(18531916)

* 11.01.1853 in Lübeck, † 08.02.1916 in Groß Borstel

männlich, geb. Falke

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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