Beruf

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Theodor Däubler: Beruf (1905)

1
Geliebte Menschen, schwach durch alte Plagen,
2
Ihr seid von Gott enttäuscht und seiner Welt:
3
Wie brauch ich euch und unser Himmelszelt!
4
Ein Weib vernimmt nur des Entblößten Klagen!

5
Du mußt – gesamt – die Sternenherkunft tragen,
6
O Mensch, du bist vor Mühsal nie zerschellt:
7
Fürs Weib zu sorgen, bleibt dem Mann Entgelt,
8
Denn Frieden freut ihn nicht, er hofft aufs Wagen!

9
Ein Menschtum fordern heile Leidenschaften.
10
Was Hingesonnenheit im Nächsten liebt,
11
Verlangt nach Künstlertum, zu wunderhaften

12
Erbauungen der Seele, die zerstiebt,
13
Wenn Triebe nicht um edle Mahnung haften:
14
Verbleib der Hilflosen, die Pflichten gibt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Däubler
(18761934)

* 17.08.1876 in Triest, † 14.06.1934 in St. Blasien

männlich, geb. Däubler

deutscher Schriftsteller (1876-1934)

(Aus: Wikidata.org)

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