Kap Kolias

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Theodor Däubler: Kap Kolias (1905)

1
Geweihtes Kap gewährt den Frauen Staunen.
2
Es staut vor hohen Wogen sich der Zug.
3
Ein Pilger ruht durch eigner Brust: Genug!
4
Gesang verklärt der Brandung schweres Raunen,

5
Des Meeres Ernst lebendigt tausend Launen;
6
Wer sich beherrscht, erkennt es: ohne Trug.
7
Besteht ein Mensch, der keinen Zwist vertrug?
8
Gib Stürmen Kriegers Antwort durch Posaunen!

9
Hier gilt es kaum, das Meer zu übertönen.
10
Wo überwand sich je Gewalt ein Herz?
11
Du sollst Bewegtheiten in dich erschönen!

12
Vollbring dein Schweigen: o es bleib aus Erz!
13
Nur nun. Du hörst der Hölle bloßes Stöhnen:
14
Sich draus gewöhnen, steigert geisterwärts.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Däubler
(18761934)

* 17.08.1876 in Triest, † 14.06.1934 in St. Blasien

männlich, geb. Däubler

deutscher Schriftsteller (1876-1934)

(Aus: Wikidata.org)

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