Die Flöte

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Theodor Däubler: Die Flöte (1905)

1
Geweihter Hades, deiner Urkraft Flamme
2
Umfächert uns mit Feuerfingern fürchterlich;
3
Doch bangt mir kaum vor Stachels nahem Stich:
4
Mein Blicken rings auf Düsterung zum Stamme,

5
Damit er sich mit Rinde klar beklammre,
6
Befahl dem Glast: Zerfahl' geschwisterlich!
7
Im alten Walde sammelt sich das Ich,
8
Auch hilft mir Demeter, der Seele Amme.

9
So traut daheim, bei Tau und Morgenröte,
10
Verdankt das Auge Mandelzweigen Rast,
11
Denn himmlisch blühn sie auf ins Tal der Nöte.

12
Nun Amsel meines Liebens, frei vom Ast,
13
Beschwing dein Lied zum Lenz, mit Spiel der Flöte,
14
Wie du's von Hirten sanft vernommen hast!

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Theodor Däubler
(18761934)

* 17.08.1876 in Triest, † 14.06.1934 in St. Blasien

männlich, geb. Däubler

deutscher Schriftsteller (1876-1934)

(Aus: Wikidata.org)

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