148

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William Shakespeare: 148 (1590)

1
Weh! Welche Augen gab mir Venus Sohn,
2
Die sich auf wahres Sehen nicht verstehn!
3
Wo nicht: wo ist mein Urteil hingeflohn,
4
Das falsch entscheidet, was sie richtig sehn?
5
Ist schön, was meine falschen Augen ehren,
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Wie kann die Welt sie denn der Lüge zeihn?
7
Und ist es nicht; dann kann uns Liebe lehren:
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Ihr Aug' ist nicht so wahr als jedes. – Nein!
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Wie könnt' es? o, wie wär
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Das sich so trübe weint, so müde wacht?
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Was Wunder, wenn mich trügt mein Augenpaar!
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Sieht doch die Sonne nicht eh' Himmel lacht.
13
O list'ge Liebe! machst du weinend blind,
14
Daß wir nicht merken, wie du falsch gesinnt?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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William Shakespeare
(15641616)

* 26.04.1564 in Stratford-upon-Avon, † 03.05.1616 in Stratford-upon-Avon

männlich, geb. Shakespeare

englischer Dichter, Theaterunternehmer und Schauspieler, dessen Dramen zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur gehören

(Aus: Wikidata.org)

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