Pontii Pilati Händewaschen

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Wilhelm Müller: Pontii Pilati Händewaschen (1810)

1
O bringet doch Weihwasser her! Vom besten muß es sein;
2
Holt es aus Rom! Das römische, das wäscht ja Alles rein.
3
Pilatus, wasche deine Hand und wasche deinen Mund!
4
Die Hand, sie ist von Tinte schwarz, der Mund vom Gifte wund.
5
Nun wasch' und sprich: Ich habe nicht gestochen und gehaun,
6
An meinen beiden Händen ist kein Tropfen Blut zu schaun;
7
Nur Tint' und Geifer klebt mir an, damit hab' ich befleckt
8
Was heilig, hoch, rein, stark und frei, was Männerseelen weckt
9
Zu Wort und That, zu Kampf und Sieg, aus Kerkerschlaf und Tod,
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Was aus des Grabes Nächten ruft des Lebens Morgenroth.
11
Damit hab' ich gepriesen auch, bejubelt und belacht,
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Was wohl aus Heidenaugen selbst die Thränen fließen macht,
13
Was jedes Christenherz zerdrückt, zerbrennet und zerreißt,
14
Was zarte Lämmer brüllen lehrt und Löwen wimmern heißt.
15
O bringet doch Weihwasser her! Vom besten muß es sein.
16
Hab' nicht gestochen und gehaun – Weihwasser wäscht mich rein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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