Lied vor der Schlacht

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Wilhelm Müller: Lied vor der Schlacht (1810)

1
Wer für die Freiheit kämpft und fällt, deß Ruhm wird blühend stehn,
2
So lange frei die Winde noch durch freie Lüfte wehn,
3
So lange frei der Bäume Laub noch rauscht im grünen Wald,
4
So lang' des Stromes Woge noch frei nach dem Meere wallt,
5
So lang' des Adlers Fittig frei noch durch die Wolken fleugt,
6
So lang' ein freier Odem noch aus freiem Herzen steigt.

7
Wer für die Freiheit kämpft und fällt, deß Ruhm wird blühend stehn,
8
So lange freie Geister noch durch Erd' und Himmel gehn.
9
Durch Erd' und Himmel schwebt er noch, der Helden Schattenreihn,
10
Und rauscht um uns in stiller Nacht, in hellem Sonnenschein,
11
Im Sturm, der stolze Tannen bricht, und in dem Lüftchen auch,
12
Das durch das Gras auf Gräbern spielt mit seinem leisen Hauch.
13
In ferner Enkel Hause noch um alle Wiegen kreist
14
Auf Hellas heldenreicher Flur der freien Ahnen Geist;
15
Der haucht in Wunderträumen schon den zarten Säugling an,
16
Und weiht in seinem ersten Schlaf das Kind zu einem Mann.
17
Den Jüngling lockt sein Ruf hinaus mit nie gefühlter Lust
18
Zur Stätte, wo ein Freier fiel, da greift er in die Brust
19
Dem Zitternden, und Schauer ziehn ihm durch das tiefe Herz:
20
Er weiß nicht, ob es Wonne sei, ob es der erste Schmerz.
21
Herab, du heil'ge Geisterschaar, schwell' unsre Fahnen auf,
22
Beflügle unsrer Herzen Schlag und unsrer Füße Lauf!
23
Wir ziehen nach der Freiheit aus, die Waffen in der Hand,
24
Wir ziehen aus auf Kampf und Tod für Gott, für's Vaterland.
25
Ihr seid mit uns, ihr rauscht um uns, eur Geisterodem zieht
26
Mit zauberischen Tönen hin durch unser Jubellied.
27
Ihr seid mit uns, ihr schwebt daher, ihr aus Thermopylä,
28
Ihr aus dem grünen Marathon, ihr von der blauen See
29
Am Wolkenfelsen Mykale, am Salaminerstrand,
30
Ihr all' aus Wald, Feld, Berg und Thal im weiten Griechenland!

31
Wer für die Freiheit kämpft uns fällt, deß Ruhm wird blühend stehn,
32
So lange frei die Winde noch durch freie Lüfte wehn,
33
So lange frei der Bäume Laub noch rauscht im grünen Wald,
34
So lang' des Stromes Woge noch frei nach dem Meere wallt,
35
So lang' des Adlers Fittig frei noch durch die Wolken fleugt,
36
So lang' ein freier Odem noch aus freiem Herzen steigt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.