Der Chier

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Wilhelm Müller: Der Chier (1810)

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Ich hatt' ein schönes Schloß mit hohen, blanken Zinnen,
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Und mancherlei Geschirr von Gold und Silber drinnen;
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Und wenn ich von dem Dach hinab mein Auge schickte,
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War alles meine Flur, was es rundum erblickte.
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Ich hatt' ein edles Weib, die Flamme meiner Jugend,
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Die Herrin jeder Huld, das Abbild aller Tugend.
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Drei Söhne hatt' ich auch in rother Knabenblüthe,
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In deren klarem Blick ein Hoffnungsmorgen glühte,
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Der einen Tag verhieß von reiner, steter Sonne.
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Ich hatt' ein Töchterlein, der Mutter bange Wonne,
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Halb Jungfrau und halb Kind, ein Röslein, das die Schale
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Der Knospe scheu und froh durchblickt zum ersten Male. –
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Nun hab' ich nichts, als mich und eine scharfe Klinge,
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Und wenn ich meinen Stahl auf die Barbaren schwinge,
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Fühl' ich mich wunderreich. Bald hab' ich alles wieder,
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Wann um mich weit und breit zerstückte Türkenglieder,
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Zu Bergen aufgehäuft, als Rachemahle prangen.
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Dann ist es satt getränkt, das brünstige Verlangen
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Nach meinem edlen Gut, und über meinen Schätzen
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Lieg' ich dahingestreckt, nicht todt daran zu letzen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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