Ich war ein kleiner Knabe, stand fest kaum auf dem Bein

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Wilhelm Müller: Ich war ein kleiner Knabe, stand fest kaum auf dem Bein Titel entspricht 1. Vers(1810)

1
Ich war ein kleiner Knabe, stand fest kaum auf dem Bein,
2
Da nahm mich schon mein Vater mit in das Meer hinein,
3
Und lehrte leicht mich schwimmen an seiner sichern Hand,
4
Und in die Fluthen tauchen bis nieder auf den Sand.
5
Ein Silberstückchen warf er dreimal in's Meer hinab,
6
Und dreimal mußt' ich's holen, eh' er's zum Lohn mir gab.
7
Dann reicht' er mir ein Ruder, hieß in ein Boot mich gehn,
8
Er selber blieb zur Seite mir unverdrossen stehn,
9
Wies mir, wie man die Woge mit scharfem Schlage bricht,
10
Wie man die Wirbel meidet und mit der Brandung ficht.
11
Und von dem kleinen Kahne ging's flugs in's große Schiff,
12
Es trieben uns die Stürme um manches Felsenriff.
13
Ich saß auf hohem Maste, schaut' über Meer und Land,
14
Es schwebten Berg' und Thürme vorüber mit dem Strand.
15
Der Vater hieß mich merken auf jedes Vogels Flug,
16
Auf aller Winde Wehen, auf aller Wolken Zug;
17
Und bogen dann die Stürme den Mast bis in die Fluth,
18
Und spritzten dann die Wogen hoch über meinen Hut,
19
Da sah der Vater prüfend mir in das Angesicht –
20
Ich saß in meinem Korbe und rüttelte mich nicht –
21
Da sprach er, und die Wange ward ihm, wie Blut, so roth:
22
Glück zu, auf deinem Maste, du kleiner Hydriot! –
23
Und heute gab der Vater ein Schwert mir in die Hand,
24
Und weihte mich zum Kämpfer für Gott und Vaterland.
25
Er maß mich mit den Blicken vom Kopf bis zu den Zehn,
26
Mir war's, als thät' sein Auge hinab in's Herz mir sehn.
27
Ich hielt mein Schwert gen Himmel, und schaut' ihn sicher an,
28
Und däuchte mich zur Stunde nicht schlechter, als ein Mann.
29
Da sprach er, und die Wange ward ihm, wie Blut, so roth:
30
Glück zu, mit deinem Schwerte, du kleiner Hydriot!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.