Die Griechen an die Freunde ihres Alterthums

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Wilhelm Müller: Die Griechen an die Freunde ihres Alterthums (1810)

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Sie haben viel geschrieben, gesungen und gesagt,
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Gepriesen und bewundert, beneidet und beklagt.
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Die Namen unsrer Väter, sie sind von schönem Klang,
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Sie passen allen Völkern in ihren Lobgesang;
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Und wer erglühen wollte für Freiheit, Ehr' und Ruhm,
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Der holte sich das Feuer aus unserm Alterthum,
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Das Feuer, welches schlummernd in Aschenhaufen ruht,
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Die einst getrunken haben hellenisch Heldenblut.
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Was hat euch nun, ihr Völker, so scheu und bang' gemacht?
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Der Geist, den ihr beschworen, er steigt aus tiefer Nacht
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Empor in alter Größe, und beut euch seine Hand –
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Erkennt ihr es nicht wieder, das freie Griechenland?
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Die Funken in der Asche, in der ihr oft gewühlt,
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Die Funken, deren Gluthen ihr oft in euch gefühlt,
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Sie schlagen lustig lodernd zu hohen Flammen aus –
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Kleinmüthige, ihr seht es – und euch erfaßt ein Graus!
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O weh, so habt ihr, Freunde, mit Namen nur gespielt!
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Habt in die leeren Lüfte mit stolzem Pfeil gezielt!
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Gepriesen und bewundert, beneidet und beklagt.
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Was schwärmt ihr in den Fernen der grauen Heldenzeit?
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Kehrt heim, ihr Hochentzückten! – der Weg ist gar zu weit.
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Das Alt' ist neu geworden, die Fern' ist euch so nah,
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Was ihr erträumt so lange, leibhaftig steht es da,
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Es klopft an eure Pforte – ihr schließt ihm euer Haus –
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Sieht es denn gar so anders, als ihr es träumtet, aus?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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