Das Hünengrab

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Wilhelm Müller: Das Hünengrab (1810)

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Schon wieder hundert Jahre!
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Ich darf aus meiner Gruft
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Heraus die Blicke senden
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Und schöpfen frische Luft.

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Die Luft so frisch wie immer,
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Das Meer noch dunkelblau,
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Die alten weißen Dünen,
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Die junge grüne Au'!

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Du, Mensch, nur immer kleiner,
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Und größer stets dein Haus,
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Die Gräber immer enger –
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Wo denkst du, Mensch, hinaus?

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Die erste Ruhestätte
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Für eine Spanne Zeit,
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Die bauest auf der Höhe
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So prächtig und so weit.

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Und läßt dein Grab dir graben
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So eng', so kurz, so schmal,
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Dort zwischen dumpfen Mauern,
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Im tief versteckten Thal.

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Dort mußt du lange wohnen,
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Dort ist dein rechtes Haus,
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Und darfst aus dem nicht gehen
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Auf Berg und Strand hinaus.

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Schau' ich aus meinem Grabe,
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Ich schaue weit umher
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Den hohen blauen Himmel,
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Die Küsten und das Meer.

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Das Meer, das ich durchschwommen
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Mit meinem starken Arm,
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Den Strand, wo ich gestanden
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In meiner Feinde Schwarm

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Du guckst aus deiner Grube.
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In Wust und Graus hinein,
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In schwarze Föhrenschatten,
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Auf deinen Leichenstein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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