Kinderfrühling

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Wilhelm Müller: Kinderfrühling (1810)

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Wollt euch nicht so schnell belauben,
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Wälder, und mir wieder rauben
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Diesen lieben Sonnenschein,
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Den so lang' ich mußte missen,
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Bis die Schleier er zerrissen,
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Die den Himmel hüllten ein.

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Zwischen knospenvollen Zweigen
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Seh' ich auf und nieder steigen
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Kleiner Vöglein buntes Heer,
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Seh' sie schnäbeln, seh' sie picken,
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Und die schwanken Reiser nicken,
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Denen ihre Last zu schwer.

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Und der klare blaue Himmel
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Breitet hinter dem Gewimmel
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Sich in stillem Frieden aus.
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Wie durch kleine Fenstergitter
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Spielt die Sonne mit Gezitter
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Durch der Zweige Flechtenhaus.

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Halbbegrünet stehn die Hecken,
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Und die Nachbarskinder necken
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Durch die dürren Lücken sich,
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Bis das Mädchen röther glühet
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Und zu dichtern Stellen fliehet
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Vor dem Knaben jüngferlich.

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Frühling, heute noch ein Knabe,
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Treibet auf des Winters Grabe
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Mit den Kindern seinen Scherz,
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Bis der Gott der süßen Triebe
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Mit dem Flammenpfeil der Liebe
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Ihm durchbohrt das kleine Herz.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Wilhelm Müller
(17941827)

* 07.10.1794 in Dessau, † 30.09.1827 in Dessau

männlich, geb. Müller

deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts (1794-1827)

(Aus: Wikidata.org)

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